Der Raum daZwischen
Nach dem Auszug des OÖ Schifffahrtsmuseums Ende 2025 dürfen wir uns in der heurigen Saison im Kleinen Rittersaal kreativ ausleben.
Verschiedene Stationen laden euch zum Mitmachen und Mitgestalten ein!
Hier könnt ihr die Geschichte auf der Papierrolle weiterlesen:
Der Donner krachte so laut, dass Hilde zusammenzuckte, als sie die klitschnassen Stufen zur verlassenen Burg hinaufstieg. Der Wind zerrte an ihrem Mantel, als würde etwas von dort oben sie rufen. Ein greller Blitz jagte über den Himmel und ließ für einen kurzen Moment eine Gestalt am Burgtor erkennen. Doch als der Donner folgte, war niemand mehr zu sehen. Nur da Tor stand nun einen Spalt offen, obwohl sie schwören konnte, dass es eben noch geschlossen war. „Da war jemand“, murmelte Hilde. Sie schluckte und überlegte umzukehren, doch ihre Neugier trieb sie weiter. Vorsichtig näherte Hilde sich dem Tor und spähte hinein. „Hallo?“, rief sie zögernd. Stille. Dann – irgendwo tief in der Burg – schlug eine Tür zu.
Ein Lufthauch strömte an ihr vorbei. Kaum merkbar, aber doch so spürbar, dass sich die Haare auf ihrem Arm bewegten. Sie richteten sich auf, als ob sie einen Schutz vor dem aufbauen würden, was da vor sich ging. Hilde war sich in diesem Moment unsicher, ob ihr Rufen so eine gute Idee war. Was ist, wenn da wer wäre, der nicht will, dass jemand nach ihm ruft. Sie überlegte eine Weile wie sie weiter vorgehen sollte. Sollte sie ruhig und unbeachtet in ihr Zimmer schleichen oder soll sie all ihren Mut zusammenfassen und sich auf die Suche nach diesem „Schrei“ machen.
Sie fasste all ihren Mut zusammen und ging in die Richtung, aus der das Geräusch der zufallenden Tür kam. Damit hatte sie nicht gerechnet – das darf doch nicht wahr sein – welche Überraschung! Ein kleiner Zwerg stand plötzlich vor ihr und sagte: „Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?“ Hilde war äußerst irritiert. war dieses Wesen echt? Hatte sie zuvor vielleicht den Befehl aus dem Nichts gehorcht und einen zu tiefen Blick ins Glas gewagt? Was ist geschehen?
Hilde übertrat die Schwelle in’s Wunderland, geheimnisvolle Natur, zwitschernde Vögel, das Rauschen des Baches… Da hörte sie eine tiefe Stimme, die etwas vorwurfsvoll fragte: „Was tust du hier?“ Vor ihr stand ein Ritter in glänzender Rüstung. Er blickte sie mit dunklen Augen an. Aber es war nicht die Stimme des Ritters, sondern die des Zwerges. „Was tust du hier?“ fragte er nochmals, diesmal leiser und schüchterner. Der kleine Zwerg meinte: “ Ich zeige dir den Weg in ein Reich, so bunt und prächtig, so schillernd, wie es kein Mensch je zuvor mit eigenen Augen erblickt hat!“ „Ha! Von wegen“, dachte sich Hilde, „der Zwerg führt sicher was im Schilde.“
Hannelore gesellt sich dazu und sagt: „Ich glaube an das Gute, der kleine Zwerg ist so ein verschnitztes Kerlchen, er will uns ein lustiges Fest ausrichten“. Die beiden fassten sich ein Herz, und mutig sprachen sie zum Zwerg: „Nun gut, Zwerg, zeige uns dein buntes und prächtiges Reich!“. Die Augen des Zwerges glänzten vor Freude und Hilde und Hannelore waren sich nicht sicher, ob es eine ehrliche Freude war oder ein schelmisches Blitzen. „ Mir nach, die Damen!“, sprach der Zwerg und drehte sich auf den Fersen um.
Gemächlich, aber bestimmt stapfte er los zwischen Sträuchern, Farnen und Bäumen. Die Umgebung veränderte sich rasch: Bald war von der verlassenen Burg nichts mehr zu sehen und auch das Wetter veränderte sich. Sie ließen Blitz, Donner und Wind hinter sich und es kehrte Ruhe ein. Mit einem Mal weitete sich der schmale Pfad und gab den Blick auf ein unterirdisches Ufer frei, an dem ein verborgener Arm der Donau träge und tiefblau durch die Finsternis glitt. Das Wasser schimmerte in einem unnatürlichen Licht, als trüge der Fluss die Farben der Welt, die sie oben im Sturm zurücklassen hatten, schweigend unter dem Berg.
Und wie aus dem Nichts tauchten Sachsen auf und sagten :“Lasst uns mit euch gehen und den ewigen Frieden suchen.“ „Ja, ich bin auch dabei“ sagte die schöne Herzogin.
Sie stiegen auf das Pferd und ritten los. Plötzlich ein Blitz, kurz drauf der Donner. Die Pferde scheuten und blieben plötzlich wie angewurzelt stehen. Die Herzogin erblasste und stieß einen spitzen Schrei aus. Ein großer Eber, übergroß mit rot unterlaufenen Augen, versperrte todesmutig en Weg. Der Zwerg neben den Frauen zog ein Schwert und rief aus voller Brust: “Versteckt euch hinter mir! Ich werde dem Biest den Gar ausmachen!“ Hilde und Hannelore traten zurück und sahen mit großen Augen zu, als der Zwerg mit erhobener Waffe und Kampfgebrüll in Richtung des Ebers lief.
Wir hingegen luden Hannelore und Hilde, sowie denZwerg auf unser Schiff „Picton“ ein – der Eber machte einen großen Sprung, um auch aufs Schiff zu spingen. „Hilf uns, wer kann“, riefen die beiden entsetzten Frauen. Platsch, der Eber verfehlte das Schiff, weil unser super Kapitän blitzartig ablegte. Der Eber strampelte und schnaufte, erreichte das Schiff, aber er konnte nicht die Wand hochklettern. So musste er umkehren und alle waren gerettet.
Waren sie das? Jetzt erst begann das Abenteuer auf der Donau. Ohne Lotsen aus Grein galt es die Donau zu queren, um nach ein paar Tagen auf See, Wien zu erreichen. Welche Tiere und Felsen würden sich Hannelore und Hilde in den Weg stellen? Und wo würde Helmut zusteigen?
Plötzlich wachte Hilde auf! Ein Traum? Sie lag in einem Bett in jener Burg, welche sie bei Blitz und Donner aufgesucht hat und deren Tür wundersamerweise offen stand.
„Ich muss wohl von Erschöpfung umgefallen sein!“ dachte sich Hilde. Kein Zwerg, keine Herzogin und auch keine Hannelore waren hier, aber wie kam sie ins Bett? Jemand muss sie hereingetragen haben! Die Schattengestallt die sie kurz vor ihrer Ankunft sah? Hilde hatte ein mulmiges Gefühl und wollte gerade aus dem Bett steigen, da klopfte es an ihre Tür.
„Tretet ein“, sagte sie leise. Die Türe schwang auf und in der Türe stand…
… Ritter Romuald, der von all den Geschehnissen bisher keine Ahnung hatte – er war aus einem tiefen Traum erwacht. Es drängte ihn, jenen Saal in der Greinburg zu finden, in dem, soweit ihn seine Erinnerung nicht trog, es ein Bild, ein Dokument, vielleicht eine Keramikfliese… gab, auf der ein bisher nicht enträtselter Buchstabencode geschrieben stand. Er folgte dem Burgplan, begierig diesen Ort zu finden und den Code vielleicht diesmal zu entschlüsseln.
Plötzlich erschien ein Blitz gefolgt von einem lauten Knall und Doc Brown stieg aus seinem Delorean aus. Er faselte etwas von Marty… Welt retten… einem Mcfly. Romuald und Hilde sagte das alles nichts, doch dieser fremde Zauberer mit seiner Höllenmaschine könnte den Code vielleicht knacken. Romuald trat vor, verbeugte sich und erzählte die Geschichte und zeigte den Code. Doc Brown holte ein Gerät aus seiner Hosentasche und es begann zu leuchten. Dann sprach er damit und sagte: „Hey Chad, entschlüssle diesen Code!“ Das Gerät tat wie befohlen und spuckte die Lösung aus.
Eine blutrünstige Gestalt erschien plötzlich in der Tür. Zwischen den spitzen Zähnen hingen noch einige Fleischfetzen. Plötzlich kam es auf sie zu und sie nahmen die Beine in die Hand und liefen so schnell sie konnten davon. Hilde hatte Tränen in den Augen und konnte fast nichts mehr sehen. Das angsteinflößende Geräusch, das die Gestalt machte, kam immer näher. Vor ihr erkannte sie durch ihren verschwommenen Blick ein großes, eisernes Tor. Als sie dort ankamen bemerkte Hilde, dass dort ein Schlüsselbund mit zehn Schlüsseln hing. Aber welcher sperrte das Tor auf und ermöglichte die Flucht? Die Zeit wurde knapp, den ein unheimliches Geräusch wurde immer lauter. Zehn Schlüssel zu probieren, würde zu lange dauern. Da bemerkten sie neben dem Tor eine kleine, hölzerne Klappe. Hilde konnte sie hochheben und gemeinsam mit Hannelore, Romuald und Doc Brown kroch sie hinein. Vor ihnen erstreckte sich ein langer, dunkler Gang. Auf allen Vieren krochen sie weiter. Das Geräusch hinter ihnen wurde leiser.
Plötzlich erschien ihnen eine weiße durchscheinende Gestalt mit langem welligem Haar. Bildschön und dennoch nur ein Schein.